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DIASCANNER-TEST 2018 Diascanner Test: Der CANON CanoScan 9000F Mark II Mit 4.800 dpi optischer Auflösung verspricht der Hersteller gestochen scharfe Diascans. Kann Canon das Versprechen halten? Wir haben den Scannertest gemacht!

CanoScan 9000F Mark II: Wo liegen die Unterschiede zum CanoScan 9000F?

In Sachen Hardware unterscheidet sich der Mark II nicht von seinem Vorgängermodell – die Auflösung beträgt auch beim Vorgänger 9.600 dpi (Positiv- und Negativfilm) sowie 4.800 dpi bei Fotoabzügen. Auch das Gehäuse des Mark II ist baugleich mit dem 9000F. Lediglich der Stromsparmodus und die Scan-to-Cloud-Funktion sind neu dazugekommen. Gab es den 9000F noch mit SilverFast und ArcSoft Photostudio 6, enthält das Softwarepaket des Mark II u.a. die Scansoftware My Image Garden. Dieses Programm dient nicht nur als Scansoftware, sondern erlaubt gleichzeitig auch das Verwalten und Bearbeiten der entstandenen Bilder.

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Canon CanoScan 9000F Mark II
Canon CanoScan 9000F Mark II
Canon CanoScan 9000F Mark II

Der CanoScan 9000F Mark II im Test: Einrichtung und Bedienung

Bis der CanoScan 9000F Mark II einsatzbereit ist, kann es gerade beim Betrieb mit modernen Laptops dauern. Zwar befindet sich die benötigte Scannersoftware als DVD im Lieferumfang, doch viele aktuelle Laptops verfügen über kein DVD-Laufwerk mehr. Viele Hardware-Hersteller gehen mit der Zeit und stellen die benötigte Software auch online für ihre Produkte bereit. Doch im Rahmen unseres Scannertests haben wir es nicht geschafft, die benötigte Software von der Herstellerseite herunterzuladen. Um den CanoScan in Betrieb nehmen zu können, waren wir auf hierzu extra ein externes CD/DVD-Laufwerk angewiesen.

Bevor der Diascanner von Canon an das Stromnetz angeschlossen wird, muss unbedingt die Transportsicherung des Scanners gelöst werden. Der Schieberegler befindet sich oberhalb des Scannerbettes. Wird dieser Arbeitsschritt nicht durchgeführt, kann das Einschalten des 9000F zu schwerwiegenden Schäden führen. Im Anschluss wird der Diascanner via mitgeliefertem Netzstecker an das Stromnetz angeschlossen und per USB-Kabel mit PC oder Laptop verbunden.

Als Flachbettscanner ist der CanoScan 9000F MK II besonders für die Digitalisierung von Aufsichtsvorlagen wie Dokumenten und Fotos geeignet, mit Größen bis zu DIN A4 macht der Scanner in diesem Bereich eine gute Figur. Es lassen sich aber auch Dias, Negativstreifen und auch Mittelformate digitalisieren. Eine weiße Blende zum Scannen von Aufsichtsvorlagen befindet sich auf der Innenseite des Deckels. Diese lässt sich leicht entfernen und enthüllt eine im Deckel integrierte Durchlichteinheit.

Drei verschiedene Halterungen zur Digitalisierung von Filmmaterial liegen dem Lieferumfang bei. Die Kleinbild-Filmstreifen-Halterung ermöglicht eine Digitalisierung von bis zu zwei Negativstreifen mit je maximal 6 Bildern. Die Halterung für gerahmte Dias fasst maximal vier Stück, die dritte Halterung für 120mm Rollfilm ist kompatibel für Rollfilm-Formate bis 6x22cm.

Die Durchlichteinheit verläuft mittig im Deckel des Diascanners. Daher ist es nicht möglich, die gesamte Fläche des Scannerbettes zum Digitalisieren von Dias zu nutzen. Die mietgelieferte Halterung sorgt dafür, dass die Dias an der richtigen Stelle platziert werden. Aussparungen am Rand des Glasbettes helfen bei der Positionierung der Halterung auf dem Diascanner. Erst nachdem sie arretiert ist, werden die Dias in die entsprechenden Öffnungen direkt auf die Glasplatte des Diascanners gelegt. Daher sollte man – besonders beim Entnehmen – Baumwollhandschuhe tragen, denn sonst hinterlässt man schnell Fingerabdrücke und verunreinigt so das Glasbett.

Scannen mit dem CanoScan 9000F Mark II Diascanner

Die Bedienung des CanoScan 9000F Mark II kann über verschiede Wege erfolgen. Über das nach der Installation erscheinende QuickMenü kann der Scanvorgang ebenso gestartet werden, wie über die Softwares IJ Scan Utility, My Image Garden und die Knöpfe am Diascanner selbst. Vorschaubilder zeigen, wie sich die verschiedenen Bildoptionen auf den finalen Scan auswirken. Hierzu zählen Optionen wie:

– Entrastern
– FARE Level 3 Staub- und Kratzerentfernung
– Farbkorrektur
– Bildglättung
– Gegenlichtkorrektur

Darüber hinaus lassen sich verschiedene Speicherformate und Auflösungen festlegen.

Der CanoScan 9000F Mark II im Test: Scandauer

Basismodus ohne alles mit Einstellung flexible Bildgröße: Dauer 3 Dias 1:50 min.

Basismodus mit FARE Level 3 und Farbkorrektur (3 Dias) dauert 2:45. Details: 1200 dpi (Einstellung Flexible Bildgröße) (1628×1088).

Profimodus mit FARE Level 3, Bildglättung und Farbkorrektur, ohne Gegenlichtkorrektur in 9600 dpi Dauer ca. 4,5 Minuten pro Dia.

Profimodus mit FARE Level 3, Bildglättung und Farbkorrektur, ohne Gegenlichtkorrektur in 4800 dpi Dauer ca. 3 Minuten pro Dia.

Profimodus mit FARE Level 3, Bildglättung und Farbkorrektur, ohne Gegenlichtkorrektur in 2400 dpi Dauer ca. 1 Minute pro Dia.

Profimodus ohne FARE Level 3 in 9600 dpi Dauer ca. 2 Minute pro Dia.

Profimodus ohne FARE Level 3 in 4800 dpi Dauer ca. 1 Minuten pro Dia.

Profimodus ohne FARE Level 3 in 2400 dpi Dauer ca. 0,5 Minuten pro Dia.

Der CanoScan 9000F Mark II im Test: Die Diascan-Ergebnisse

Im Rahmen des Scannertests mit dem CanoScan 9000F Mark II haben wir zahlreiche Testscans angefertigt. Diese wurden mit unterschiedlichen Einstellungen und Auflösungen erstellt. Die resultierende Qualität miteinander verglichen. Die Diascans zeigten folgende Auffälligkeiten:

  • Die Bildkorrektur ist in einigen Fällen übersteuert. Das Resultat sind farbstichige Bilder.
  • Die Bildglättung kann zu Detailverlust führen. Unsere Testdias enthalten Aufnahmen von strukturierten Oberflächen. Die Bildglättung sorgt dafür, dass diese Oberflächen verwaschen und flächig wirken und die früher bestehende Struktur deutlich an Klarheit und Tiefe verloren hat.
  • Die Farbwiederherstellung und/oder Bildglättung führte zu Bildfehlern. Dort, wo unsere Testdias starke Hell-Dunkel Kontraste aufwiesen, kam es bei den Scans zu einem Flimmern an den Kanten, helle Bereiche wirken ausgefressen und überbelichtet.
  • Die Staub- und Kratzerentfernung FARE Level 3 arbeitet unzuverlässig. Einige unserer Testscans zeigten auch bei eingeschalteter Funktion noch deutliche Staubflecken auf den Testscans.
  • Einige Dias wurden mit einem schwarzen Rand digitalisiert. Dieser muss im Anschluss manuell mithilfe eines Bildbearbeitungsprogramms entfernt werden.
  • Unsere Testscans in den verschiedenen Auflösungen zeigten, dass es ab einer Auflösung von 1200 dpi aufwärts keine deutliche Verbesserung in der Darstellung von Details gibt. Das lässt auf eine deutlich geringere optische Auflösung schließen, als vom Hersteller angegeben.
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Scanergebnisse
Scanergebnisse
Scanergebnisse
Scanergebnisse

Das erste Bild zeigt eine Gegenüberstellung der beiden Scans. Auf der linken Seite sehen Sie das Scanergebnis des CanoScan 9000F Mark II und auf der rechten den DIAFIX-Scan in Premium-Plus Qualität.

Im zweiten Bild sehen Sie einen im Automatik-Modus erstellten Testscan mit 1.200 dpi. Zusatzfunktionen wie FARE Level 3, die Farbwiederherstellung sowie die Bildglättung wurden nicht verwendet. Die Aufnahme verfügt über recht unverfälschte Farbtöne, wirkt allerdings etwas verwaschen. Am oberen Bildrand hat sich ein schwarzer Streifen eingeschlichen, der einen nachträglichen Beschnitt des Diascans notwendig macht.

Das dritte Bild zeigt einen Testscan im Profi-Modus mit 4.800 dpi und eingeschalteten Zusatzfunktionen. Hier hat sich ein deutlicher Farbstich eingeschlichen. Bei genauerer Betrachtung fällt außerdem auf, dass viel von der Struktur des Gesteins sowie Bildtiefe verloren gegangen sind.

Zum Vergleich sehen Sie im vierten Bild den DIAFIX Diascan in der PremiumPlus Qualität. Dabei handelt es sich um einen Mehrfachscan mit einer effektiven Auflösung von 4.500 dpi und Bildmaßen von 6000 x 4000 Pixel. Er gibt den hohen Dynamikumfang eines Dias ideal wieder. Das Bild ist scharf und auch kleine Details sind in der Vergrößerung deutlich zu erkennen.

Teilweise sind auf beiden Scans weiße oder schwarze Flecken sichtbar. Dabei handelt es sich um Staubflecken, die sich auf den Dias oder auch auf der Linse des Scanners ablegen – und dementsprechend auch beim Dias digitalisieren mit abgetastet werden. Diese Flecken können deutlich reduziert werden, wenn das Dia unmittelbar vor dem Digitalisieren mit Druckluft (zur Not geht auch ein weiches Baumwolltuch) gereinigt wird. Wenn Sie selbst Dias digitalisieren, sollten Sie daher auch die Dias reinigen– sonst müssen Sie die Flecken nach dem Scannen (soweit möglich) mühselig am PC bearbeiten. Bei DIAFIX können Sie die Reinigug bequem dazubuchen.

Der CanoScan 9000F Mark I im Test: Stärken und Schwächen

  • Vorteile
  • All-in-one Diascanner
  • FARE Level 3-Funktion zur Staub- und Kratzerentfernung
  • Verschiedene Speicherformate wählbar
  • Viele individuelle Einstellmöglichkeiten
  • Nachteile
  • Sehr dünne Plastikrahmen, die schnell brechen
  • Diascans weisen teilweise Bildfehler auf
  • Lange Scanzeiten bei hohen Auflösungen und weiteren Einstellungen
  • Kein wesentlicher Unterschied in der Detaildarstellung bei höherer Auflösung
  • Stapelverarbeitung nicht möglich

Der CanoScan 9000F Mark II Scannertest: Lohnt sich die Investition?

Die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers Canon liegt bei 229,00€. Damit gehört dieser Diascanner zu den Modellen der Mittelklasse. Die digitalisierten Dias liefern wirken teilweise verwaschen und haben Bildfehler. Damit liefern sie eine vielleicht eine ausreichende Qualität für die Archivierung oder das Betrachten an kleinen oder mittelgroßen Bildschirmen. Großformatige Darstellungen und Detailbetrachtungen – ob nun auf dem Bildschirm oder der Leinwand – werden unbefriedigend ausfallen.

Doch ob sich der benötigte Zeitaufwand lohnt, steht auf einem anderen Blatt. Eine Stapel- bzw. Magazinverarbeitung ist bei diesem Diascanner nicht möglich. Stattdessen können maximal vier Dias auf einmal digitalisiert werden. Werden höhere Auflösungen und Zusatzfunktionen gewählt, nimmt ein Scandurchgang schnell sieben Minuten in Anspruch. Hochgerechnet auf eine umfangreiche Diasammlung wird das Vorhaben dann schnell zu einem Langzeitprojekt.

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PREISTIPP
ab 185,70 €
CanoScan 9000F Mark II
Scannertyp: Flachbettscanner
Scanmedien: Positiv- (Dias) und Negativfilme, Aufsichtsvorlagen (Fotos)
Ausgabeauflösung: 25 – 19.200 dpi
Auflösung: 9.600 × 9.600 dpi (Durchlichtvorlagen) bis zu 4.800 × 4.800 dpi (Aufsichtsvorlagen)
Zubehör: 3 Filmhalter (Negative, Kleinbild-Dias, Mittelformate), USB-Kabel, Netzkabel, Installations-CD
Mitgelieferte Software: ScanGear, Scan Utility, My Image Garden
Gewicht: ca. 4,6 kg