Diascanner Test: Der Rollei DiaFilm Scanner DF-S 190 SE

 Der Rollei DiaFilm Scanner DF-S 190 SE: Technische Details

  • Scanmedien: Dias und Negative (Kleinbild)
  • Megapixel: 9
  • Auflösung: 2400 dpi | 3600 (interpoliert)
  • Scannertyp: Durchlichtscanner, 3 LED
  • Display: Ja | 6.1 cm TFT-LCD-Farbmonitor
  • Zubehör: USB- und AV-Kabel, Netzteil, 3 Dia- und Negativschlitten, Netzstecker, Reinigungsbürste
  • Speicherort: SD-Karte (wird nicht mitgeliefert)
  • Dateiformat: JPEG
  • Preis: 139,99€ UVP

Rollei DiaFilm Scanner DF-S 190 SE: Einrichtung und Bedienung

Einen großen Vorteil hat der Rollei DiaFilm Scanner 190 SE: er kann ohne PC bedient werden. Sie müssen also keine zusätzlichen Installationen durchführen.

Ob nun mit oder ohne PC: Sie benötigen zum Scannen eine SD- oder MMC-Karte, auf dem die fertigen Diascans gespeichert werden. Diese müssen Sie zusätzlich anschaffen, denn sie ist nicht Teil des Lieferumfangs. Der Diascanner wird einfach an eine Stromversorgung angeschlossen. Die nächste Steckdose sollte allerdings in unmittelbarer Nähe sein, denn das USB-Kabel (an das auch das Netzteil angeschlossen wird) misst gerade einmal 110 cm.

Nach dem Einschalten des Rollei DF-S 190 SE wählen Sie über das Menü das zu scannende Medium aus, denn der DF-S 190 SE scannt sowohl Dias als auch Negative. Diese legen Sie zum Scan in die mitgelieferten Schlitten für Negativstreifen oder Dias: Ein Schlitten fasst vier Einzeldias, der zweite ist Dank einem Magazin für die Stapelverarbeitung von bis zu 20 gerahmten Dias geeignet – abhängig jeweils von der Stärke der verwendeten Rahmen. Damit können Sie natürlich in kurzer Zeit relativ viele Dias selbst scannen, allerdings kann das Magazin beim Einschieben der Dias in das Gerät durchaus klemmen, sodass Sie mehrere Anläufe benötigen. Nachdem das Motiv auf dem Display erfasst ist, können Sie das Bild noch kippen und bei Bedarf Helligkeits- oder Farbanpassungen vornehmen. Allein der Scan- und Speichervorgang dauert knapp 8 Sekunden pro Dia oder Negativ. Der Hersteller Rollei verspricht, dass Sie mit dem DF-S 190 SE in einer Minute bis zu 20 Dias selbst scannen können, vorausgesetzt natürlich, dass Sie mit den Standardeinstellungen arbeiten. Allein rechnerisch nimmt der Scan von 20 Dias mehr als zweieinhalb Minuten in Anspruch.

Diascanner von Rollei

Rollei DF-S190 SE: Die Scanergebnisse

Sowohl die Diascans als auch die Negativscans wurden für unseren Scannertest in den Standardeinstellungen des Rollei DF-S 190 SE vorgenommen. Die Scans werden dabei mit 2400 dpi und Abmessungen von 3696*2464 Pixeln, bzw. mit 9 Megapixeln gespeichert.

Die Farbenintensität der fertigen Bildateien gleicht der der Originale. Allerdings neigt der DF-S 190 SE zu Farbstichen bei gelblichen und grünlichen Farbtönen. Helle Bildbereiche sind „ausgefressen“ und Details werden nicht gut erfasst. Das liegt wahrscheinlich an der automatischen Bildkorrektur, die die Bildwerte übersteuert. Da kann man nur gegenhalten, wenn man die Bildwerte direkt beim Scannen über den DS-F 190 steuert – allerdings lassen sich die Ergebnisse auf dem kleinen Bildschirm nur bedingt kontrollieren. Daher ist eine nachträgliche Bildbearbeitung am PC notwendig – vor allem dann, wenn die gescannten Dias nicht nur archiviert werden sollen. Ein Zoom ins Bild zeigt: Die niedrige Abtastrate beim Scan lässt in Sachen Bildschärfe einiges zu wünschen übrig.

Vergleichen Sie selbst: Rechts sehen Sie den Diascan von DIAFIX in der Premium-Plus-Qualität in 4500 dpi. Hier können Sie mit originalgetreuen Farben, feinen Details und eine schöne Tiefenschärfe. Die Dias wurden nicht vorbehandelt und auch der Diascan wurde nicht nachträglich bearbeitet, die Ergebnisse liefert der Scan allein. Beachten Sie bitte, dass die Bilddatei für die Darstellung auf unserer Webseite deutlich verkleinert werden musste, normalerweise beträgt die Auflösung 6000 x 4000 Pixel.

Dias sind empfindliche Materialien, die schnell Staub anziehen. Das sieht man auch auf den Scans, denn werden Dias und Negative nicht vorher gereinigt, werden die Staubkörner ebenfalls digitalisiert. Das Ergebnis sind schwarze oder weiße Flecken auf dem Motiv. Diese können reduziert werden, wenn das Dia unmittelbar vor dem Scan mit einem weichen Baumwolltuch oder Druckluft gereinigt wird. Wenn Sie selbst Dias digitalisieren, sollten Sie auch die Dias reinigen – sonst müssen Sie die Flecken nach dem Scannen (soweit möglich) am PC bearbeiten. DIAFIX bietet die Reinigung als buchbare Zusatzleistung an.

Top oder Flop? Die Stärken und Schwächen des Rollei DF-S 190 SE im Überblick

Vorteile

  • Kleiner Preis
  • Schnelle Einrichtung
  • Stapelverarbeitung von bis zu 20 Dias
  • Schneller Scanvorgang
  • Kein PC notwendig

Nachteile

  • Kein interner Speicher oder Direktspeicherung auf PC
  • SD-Karte muss dazugekauft werden
  • Kurzes Kabel für Stromversorgung
  • Magazinschlitten für Dias klemmt schnell
  • Zeitintensiv bei großer Medienanzahl
  • Speicherformat ist festgelegt
  • Bilddateien sind automatisch interpoliert
  • Bildqualität schwankt, teilweise starke Farbstiche
  • Automatische Interpolation

Der Rollei DF-S 190 SE Scannertest: Lohnt sich die Investition?

Mit seinen 139,99€ UVP gehört dieser Dia- und Negativscanner zu den günstigen Angeboten. Doch das merkt man dem Rollei DiaFilm Scanner DF-S 190 SE auch an: Eine konstante und saubere Bildqualität kann er leider nicht leisten, während Diascans noch für die Archivierung ausreichen, sind die Negativscans absolut unbefriedigend. Daher müssen Sie zusätzliche Zeit für die Bildbearbeitung am PC einplanen – ganz zu schweigen von dem zeitlichen Aufwand, all Ihre Dias und Negative von Hand einzuscannen und sie vorher zu reinigen, um Staubflecken zu verhindern. Die versprochene Scangeschwindigkeit von bis zu 20 Dias pro Minute ist allein der 8-Sekunden-Scanzeit wegen nicht ansatzweise möglich. Wenn Sie also keinen großen Wert auf die Qualität Ihrer gescannten Dias und Negative legen und auch gern viele Stunden Arbeit investieren, um Ihren Bestand digital zu archivieren, dann ist der Rollei DF-S 190 SE sicherlich eine kostengünstige Wahl. Ansonsten sollten Sie sich nach Alternativen umschauen.